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Programmbereiche
Staatliche Strategien im Umgang mit islamistischen Akteuren in arabischen Staaten

Islamistische Akteure sind zu einem festen Bestandteil der politischen Realität in arabischen Ländern geworden. Trotz ihrer ausgeprägten Heterogenität werden sie üblicherweise als einheitliche religiös-politische (Gewalt-) Akteure wahrgenommen, deren Handeln von fundamentalistischen Deutungen geprägt ist. Die dominante Wahrnehmung von Islamisten als inhärent repressiv widerspricht der Selbstwahrnehmung jener islamistischer Akteure, die sich als Reformer verstehen, ihre politischen Ziele mit gewaltfreien Mitteln zu erreichen versuchen und sich am pluralistisch-politischen Prozess beteiligen wollen.

 

Seit solche moderaten islamistischen Gruppen zunehmend politische Teilhabeansprüche stellen, ist eine kontroverse Debatte über den Umgang mit diesen Akteuren entbrannt. Sowohl in arabischen als auch in westlichen Ländern ist sehr umstritten, wie ein adäquater Umgang mit ihnen aussehen kann.

 

An dieser Auseinandersetzung setzt das Forschungsprojekt an und analysiert das Verhältnis zwischen moderaten islamistischen Akteuren und den Strategien, die arabische Regierungen für den Umgang mit diesen Akteuren entwickelt haben. Inwiefern haben sich die politischen Inhalte und die politische Praxis von Islamisten durch ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit dem jeweiligen Regime verändert?

 

Diese Leitfrage wird mittels einer Analyse der politischen Praxis sowie einschlägiger Schriften ausgewählter islamistischer Gruppen in Tunesien und Jordanien nachgegangen. Mit der Fallauswahl werden zwei Regierungen verglichen, die sich in ihrem Umgang mit islamistischen Akteuren stark unterscheiden, obwohl die religiös-politischen Inhalte der ausgewählten Gruppen (an-nahda in Tunesien und die Islamic Action Front in Jordanien) durchaus vergleichbar sind. Während in Jordanien islamistische Akteure selektiv und partiell in den politischen Prozess eingebunden werden, spricht die tunesische Regierung, Islamisten jede politische Rolle ab.

Mitglieder
Mitarbeiter/innen:
Karima El Ouazghari