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Forschungsgruppe "Politische Globalisierung und ihre kulturelle Dynamik"
Mit dieser ethnologischen Forschungsgruppe, die im Juli 2012 unter Leitung von Dr. Sabine Mannitz ihre Arbeit aufgenommen hat, komplementiert die HSFK ihre traditionell vornehmlich politikwissenschaftlich ausgerichtete Forschung mit ethnologischen Studien über kulturelle Aspekte von Konflikten und deren Bearbeitung.
Mit ihrer induktiven Herangehensweise an „andere“ Lebenswelten und –rationalitäten und der Untersuchung von kulturellen Dynamiken auf der gesellschaftlichen Mikroebene nimmt die Ethnologie in spezifischer Weise Einsicht in Alltagspraxen, in denen die Verwerfungen und Widersprüche des Globalisierungsgeschehens übersetzt und transformiert werden und Sinn gebende Ordnungskonzepte fortlaufend regeneriert werden. Der ethnologische Zugang will die Welt „from below and from within“ erkunden und rekonstruiert die kulturellen Binnensichten. Diese Komplementär-Perspektive der Ethnologie vervollständigt den analytischen Zugriff der HSFK-Programmbereiche auf die verschiedenen Dimensionen von Konflikten.
Im Rahmen des aktuellen HSFK-Forschungsprogramms zu Just Peace Governance vervollständigt die Perspektive der Ethnologie den analytischen Blick der HSFK-Programmbereiche auf die internationalen, transnationalen und innerstaatlichen Dimensionen von Konflikten: Global zirkulierende Ideen, politische Diskurse und Normen guter Praxis existieren ja nicht abgehoben von Ort und Zeit, sondern werden lokal übersetzt und sind in konkreten historischen, kulturellen und sozialen Kontexten situiert. Westlichen Universalismus-Ansprüchen zum Trotz behaupten sich ‘andere‘ Lebens- und Politikformen, nach deren Sinnstrukturen und Mobilisierungskräften ebenso zu fragen bleibt, wie nach den Ressourcen, die sie für tragfähige Friedensordnungen bereitstellen (können).
Die Beharrlichkeit kultureller Eigenständigkeiten stellt für die normativ orientierte Friedens- und Konfliktforschung eine besondere Herausforderung dar. Zugleich steigt durch verdichteten globalen Austausch der Bedarf, mögliche Implikationen der Varianz zu verstehen, besonders unter dem Gesichtspunkt der Einhegung möglicher Konflikt-Eskalationen. Wir wollen dieser Bedeutung kultureller Diversität besser gerecht werden, als es durch die bloße Einbindung ethnographischer Elemente in politikwissenschaftliche Forschungsprojekte möglich ist. Unser längerfristiges Ziel ist daher, nachhaltige interdisziplinäre Arbeitsstrukturen aufzubauen, damit ethnologisches Wissen über die Genese und Beilegung gewaltanfälliger Konflikte in der Friedens- und Konfliktforschung stärkere Berücksichtigung erfährt. Aktuelle Projekte |
Mitglieder
Projektleitung:
Sabine MannitzMitarbeiter/innen:
Christoph KohlAlena Mehlau Nina Müller |
WAS IST FRIEDENSFORSCHUNG?


