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Nach 1989 gaben fast alle Abkommen zur Beendigung von Bürgerkriegen den Aufbau einer Demokratie vor. Das galt auch für Kriege zwischen ethnisch definierten Konfliktparteien. Hier treten Probleme, die seit jeher die Demokratisierung kennzeichnen, besonders zugespitzt auf. Der Theorie zufolge setzt der Aufbau einer Demokratie einen akzeptierten Staat voraus und verlangt von den Bürgern, sowohl die eigene als auch die andere Konfliktpartei als Teil des Staatsvolks, des demos zu sehen.
In ethnisch gespaltenen Nachbürgerkriegsgesellschaften streiten die Konfliktparteien über den Staat und die Definition des Staatsvolks. Die Demokratisierung steht daher vor einer doppelten Aufgabe: Zum einen gilt es, demokratische Staatsinstitutionen aufzubauen (state-building), zum anderen muss jenes Minimum eines gemeinsamen Zugehörigkeitsgefühls erzeugt werden, ohne das eine Demokratie nicht existieren kann (nation-building). Bei der Demokratisierung von ethnisch gespaltenen Nachbürgerkriegsgesellschaften setzt das state-building Fortschritte beim nation-building voraus und umgekehrt.
Das Projekt untersucht, wie sich beides zugleich bewältigen lässt. Das Vorhaben kombiniert Prozessanalysen in Längsschnittstudien unter anderem zu Bosnien und Herzegowina und zum Kosovo mit einem fallübergreifenden Vergleich und verspricht theoretische und praxisrelevante Erkenntnisse über die Bedingungen gelingender Demokratisierung.
Das Vorhaben wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert.
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