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Der durstige Drache


Chinas kaum zu stillender Energiehunger und Möglichkeiten internationaler Kooperation sind das Thema von Amar Causevic im PRIF Report No. 116.



Mit dem Ende der Ära Mao Tse-Tung und der Einführung des "Sozialismus chinesischer Prägung" öffnete sich das Reich der Mitte wirtschaftlich und, wenn auch weniger, politisch. Die Folge: China war 2011 der zweitgrößte Autoimporteur weltweit und im Jahr zuvor der zweitgrößte Energiekonsument. In den letzten 20 Jahren verdoppelte sich das Verlangen nach Energie in der aufstrebenden Volkswirtschaft. Doch fossile Energieträger wie Erdöl sind rar in China und das Land muss sich im Ausland mit dem schwarzen Gold versorgen.

 

Im PRIF Report No. 116 A Thirsty Dragon: Rising Chinese Crude Oil Demand and Prospects for Multilateral Energy Security Cooperation argumentiert Amar Causevic, das Engagement Chinas im Energiesektor muss nicht im Konflikt enden, sondern bietet auch Chancen zur Kooperation. Zwei Szenarien seien möglich: In einem negativen Fall verschärfe sich der Konflikt um die Ressource zu einer militärischen Auseinandersetzung. Schon jetzt habe China seine Marine im indischen Ozean verstärkt, die USA und Indien könnten antworten. Aber es gibt auch Aussichten für eine positive Entwicklung: Das zweite Szenario sieht gute Chancen für eine multilaterale Energiekooperation. Zum einen hätten die Staaten als Konsumenten gemeinsame Interessen an koordinierter Versorgungspolitik, darüber hinaus gebe die Interdependenz der Volkswirtschaften Anreize zur Konfliktvermeidung. Causevic fordert zur engeren Kooperation die Aufnahme Chinas in internationale Organisationen, wie die International Energy Agency der OECD.

Amar Causevic ist in seinem zweiten Jahr Masterkandidat an der John Hopkins Universität in Washington D.C. Sein akademischer Schwerpunkt liegt auf Energie- und Umweltpolitik und natürlichen Ressourcen. Von Juni bis Oktober 2012 war er Gastforscher am Programmbereich I "Sicherheits- und Weltordnungpolitik von Staaten".

Der PRIF Report No. 116 ist für 10 € bei der HSFK erhältlich oder steht als kostenloser Download zur Verfügung.








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