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Programmbereiche
Internationale Institutionen


Im Programmbereich II werden die institutionellen Bedingungen gerechten Friedens untersucht. Internationale Institutionen, das internationale Recht, aber auch andere ‚normative Ordnungen’ wie Moral- und Gerechtigkeitsvorstellungen spielen bei der Regelung von Konflikten und der Herstellung eines dauerhaften Friedens eine entscheidende Rolle. Aber wie müssen Institutionen gestaltet sein, um effektiv und effizient wirken zu können? Wie lässt sich die Akzeptanz des Völkerrechts und wie die Legitimität internationaler Organisationen erhöhen? Wie können Konflikte zwischen konkurrierenden Normen entschärft und unterschiedliche Rechts- und Gerechtigkeitsauffassungen harmonisiert werden?  

 

Im Rahmen des bisherigen Forschungsprogramms „Antinomien des demokratischen Friedens“ konzentrierte sich die Arbeit des Programmbereichs auf zwei Forschungsfelder: die Rolle internationaler Organisationen bei der Durchsetzung und Stabilisierung des 'demokratischen Friedens' einerseits und die Auswirkungen internationaler Organisationen auf innerstaatliche Demokratie andererseits.  Im ersten Fall ging es darum zu ergründen, ob Demokratien spezifische „interdemokratische Institutionen“ bilden, die in der Lage sind, Konflikte zu lösen und Sicherheit untereinander zu garantieren. Die Analysen legen nahe, dass interdemokratische Institutionen als Katalysatoren vertiefter Zusammenarbeit wirken und ein wichtiger Baustein des „demokratischen Friedens“ sind. Im zweiten Forschungsfeld ging es um die Wirkung internationaler Organisationen auf innerstaatliche Demokratie. Dabei wurde zum einen die Demokratisierungspolitik internationaler Organisationen untersucht und die "Kontextsensibilität" unterschiedlicher Demokratiekonzepte herausgearbeitet. Zum anderen wurde erforscht, wie internationale Organisationen und das Völkerrecht sich auf innerstaatliche Institutionen und Diskurse der Sicherheitspolitik auswirken.  

 

Im Rahmen des neuen Forschungsprogramms „Just Peace Governance“ wird der Programmbereich auf diesen Forschungsergebnissen aufbauen und sich verstärkt der Frage nach einer „gerechten Weltordnung“ widmen. Dabei stehen das Problem institutionellen Wandels, die Reform internationaler Organisationen und die Weiterentwicklung des Völkerrechts im Mittelpunkt. Kann es in internationalen Organisationen Demokratie geben? Führt eine weitere Verrechtlichung und Formalisierung der internationalen Politik zu einer friedlicheren Welt? Wie lassen sich konkurrierende Rechts- und Gerechtigkeitsvorstellungen bei der Reform internationaler Institutionen berücksichtigen? Auch das Verhältnis von globalen und regionalen Organisationen wird weiterhin eine Rolle spielen. Wie lassen sich etwa unterschiedliche normative Vorstellungen in regionalen Organisationen (z.B. über Menschenrechte oder Friedenseinsätze) mit denen globaler Organisationen in Einklang bringen?

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