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Programmbereiche
Governance Natürlicher Ressourcen

In Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria, Kolumbien oder Indonesien zeigt sich, dass Reichtum an natürlichen Ressourcen sich keineswegs automatisch in volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Wohlfahrt übersetzt. Ganz im Gegenteil scheint sich die Ausbeutung natürlicher Ressourcen nicht nur negativ auf sozio-ökonomische und politische Entwicklung auszuwirken, sondern häufig im Zusammenhang mit dem Ausbruch und der Eskalation bewaffneter Konflikte zu stehen. Fragen gerechter Verteilung, aber auch Repräsentation und Anerkennung sind dabei zentral für die Entschärfung solcher Konflikte um natürliche Ressourcen.

 

Während das abgeschlossene Vorgänger-Projekt zur Rolle von Unternehmen in Konfliktzonen unterschiedliche Industriesektoren gleichzeitig in den Blick nahm, konzentriert sich das follow-up Projekt auf die Rolle von transnationalen Unternehmen in solchen gerechtigkeitsrelevanten Ressourcenkonflikten. Unternehmen sind einerseits am Abbau von Rohstoffen beteiligt, andererseits als deren Abnehmer und Verkäufer auf glo­balen Rohstoffmärkten tätig und, vor allem in jüngerer Zeit, zunehmend auch direkt an Initiativen zur Governance natürlicher Ressourcen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene beteiligt.

 

Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt zwei übergreifende Fragestellungen:

 

  • Welche Rolle spielen Gerechtigkeitsvorstellungen in Konflikten um natürliche Ressourcen zwischen verschiedenen Akteursgruppen?
  • Unter welchen Bedingungen wirken Instrumente zur Governance natürlicher Ressourcen, insbesondere unter Beteiligung transnationaler Unternehmen, konfliktverschärfend oder konfliktmindernd?

Konflikte um natürliche Ressourcen berühren verschiedenste Dimensionen von Gerechtigkeit: Kon­flikte können um die Verteilung materieller Güter entstehen, so kann es z.B. zu Konflikten um Land- und Eigentums­rechte oder um die Verteilung von Einkommen aus dem Ressourcenabbau kommen. Sie können sich aber auch auf eher prozedurale Gerechtigkeitsvorstellungen beziehen, wenn es um die Anerkennung und Repräsentation bestimmter lokaler Gemeinschaften geht, die sich nicht ausreichend am Entscheidungsprozess beteiligt sehen oder wenn Ressourcenausbeutung von ihnen als weiterer Aspekt kultureller Dominanz und Nicht-Anerkennung empfunden wird.

 

Das Projekt wird die Rolle von Unternehmen in Gerechtigkeitskonflikten um natürliche Ressourcen daher aus verschiedenen Perspektiven in den Blick nehmen und unter anderem untersuchen:

 

  • Welchen Beitrag leisten globale Multistakeholderansätze wie die Extractive Inudstries Transparency Initiative oder der Kimberly Prozess zur Entschärfung von Konflikten um natürliche Ressourcen?
  • Welche Chancen und Risiken bergen unternehmerische Streitschlichtungsmechanismen und können diese zu einem friedlichen Konfliktmanagement beitragen?
  • Wie werden unternehmerische Versuche, Beiträge zu Just Peace Governance zu leisten, von lokalen Bevölkerungen wahrgenommen?
Mitglieder
Projektleitung:
Melanie Coni-Zimmer
Annegret Flohr
Klaus Dieter Wolf
Mitarbeiter/innen:
Andreas Jacobs