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Das Forschungsprogramm

Antinomien des demokratischen Friedens und Just Peace Governance

Das Theorem des "demokratischen Friedens" gründet sich auf die Beobachtung, dass Demokratien nahezu keine Kriege gegeneinander führen. Dies wird auf die Interessenkalküle und Wertorientierungen der Bürgerinnen und Bürger zurückgeführt sowie auf die Wirkung demokratischer Institutionen. Das Forschungsprogramm der HSFK ist der demokratischen Herrschaftsform verpflichtet und geht von den Grundprämissen des Theorems aus. Ein genauer Blick offenbart indes Widersprüche, die einer detaillierten Untersuchung und Erklärung bedürfen. So führen Demokratien zwar nicht gegeneinander Krieg, wohl aber gegen nichtdemokratische Regime - und das bisweilen mit besonderer Aggressivität. Zudem ist der Weg zum "demokratischen Frieden" - die Demokratisierung - oft mit besonderer Gewalttätigkeit gepflastert. Internationale Organisationen wiederum dienen Demokratien zwar als institutionelle Grundlage friedlicher Kooperation, bergen zugleich jedoch das Risiko eines Verlustes demokratischer Kontrolle. Diese und andere kaum berücksichtigte Widersprüche stehen seit dem Jahr 2000 im Mittelpunkt sowohl der grundlegend wissenschaftlichen als auch der praktisch beratenden Arbeit der HSFK.  

 

Im Jahr 2009 nahm die HSFK parallel zum Abschluss des bisherigen Forschungsprogramms „Antinomien des Demokratischen Friedens“ die Arbeit am Forschungsprogramm „Just Peace Governance“ auf. Unter diesem Titel wird die HSFK Spannungsverhältnisse zwischen den drei begrifflichen Konzepten zusammen bringen, die für die Friedens- und Konfliktforschung seit jeher von erheblicher theoretischer Bedeutung und praxeologischer Reichweite sind. Wie im Forschungsprogramm „Antinomien des Demokratischen Friedens“ geht es darum, die in und zwischen den Konzepten verborgenen Friktionen und Widersprüchlichkeiten aufzudecken und auf ihre Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen hin auszuleuchten. Ziel ist es herauszufinden, unter welchen Bedingungen implizite oder explizite Gerechtigkeitsvorstellungen von Akteuren zu gewaltsamen Konflikten führen, und unter welchen Bedingungen sie die Grundlage für nachhaltigen Frieden bilden können.    

 

 

 

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